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Lebensaufgabe und warum Zorn dabei zur Hilfe wird

Ruhiger ist es geworden, hier in meiner Rubrik "Miteinander während Corona". Zum einen liegt es daran, dass durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder Termine in meinem Atelier stattfinden. Das Atelier findet also wieder ganz praktisch statt. Wir sind, mit noch etwas Zurückhaltung, wieder in Gange unserer Kreativität mit Pinsel und Farbe freien Lauf zu lassen. Und das ist gut so - denn es tut gut! 

Dadurch steht weniger Zeit für den digitalen Austausch zur Verfügung. Und trotzdem möchte ich nicht ganz auf diese Beiträge verzichten, denn sie sind wertvoll. Bereichernd für mich, Gedanken in mir wahrzunehmen, sie zu sortieren und als Anregung an Sie weiterzugeben. Ich danke Ihnen an dieser Stelle ganz herzlich, für Ihr Vorbeischauen, Ihr Mitlesen und Ihre Rückmeldungen. Es sind mit Ihnen bedeutende Dialoge entstanden.

Zum anderen stehen bei mir momentan zusätzliche Arbeiten an. Kennen Sie das, wenn Aufgaben - Lebensaufgaben Sie ereilen?

Steine im Weg

 

Meist erkennen wir sie zu Beginn gar nicht als solche - als Lebensaufgabe. Sie erscheinen uns viel eher als Steine, die uns in den Weg gelegt werden. Sie sind kantig, unliebsam, steil, herausfordernd, anstrengend. Und manchmal sind sie so groß, dass sie uns als unüberwindbar erscheinen und uns aus der Bahn zu werfen drohen. Und das dürfen sie auch. Sie dürfen uns rütteln, aufwühlen, durcheinanderbringen und schier umhauen. Denn wir sind Menschen, nicht perfekt und nicht vollendet. All diese Emotionen dürfen wahrgenommen, gefühlt und gezeigt werden. Wichtig dabei ist, nicht in ihnen stecken zu bleiben und darin zu verharren, sonst droht Gefahr. Sie vielmehr als Ruf des Lebens verstehen und nach einem Verschnaufen mit ihnen weitergehen. Wir sind auf dem Weg, um an unseren Aufgaben zu wachsen und zu reifen. Der große Brocken hier auf meinem Weg, er wird mir zum Reifeprozess. Das ist das schöne am Älter werden, den Blick auf die Steine meines Weges, als Wachstumschance verstehen lernen. 

Steiler Weg

 

 

Der Weg, hier als Anstieg ist er besonders kräftezehrend. Was dahinter auf mich wartet, das weiß ich nicht. Ob ich es erahnen kann? Ich glaube nein. Gewiss ist, dass es weitergehen wird! Und ich werde versuchen, etwas Gutes daraus zu machen. Dafür benötige ich die Bereitschaft in mir, MEINE Vorstellungen los- und mich auf Unbekanntes einzulassen. 

In meiner Grundhaltung gehe ich davon aus, dass es einen Plan für mich - einen Plan für jeden Menschen gibt. Diese Einstellung stärkt mich, an den Herausforderungen nicht zu zerbrechen, sondern sie als einen Teil meines Werdens zu begreifen. Dadurch wird der Weg nicht leichter - jedoch wird er sinnhaft.

Alle Einzel-Geschehnisse unseres Lebens geben im Zusammenfügen einen Sinn. 

Ebene erreicht

Bis ich eine erste Ebene erreiche, sind einige Hindernisse zu überwinden. Ich spüre Grenzen. Um diese zu überwinden brauche ich viel Energie. Kräfte, die mir an anderer Stelle genommen werden, weil ich in alten Mustern feststecke. Ist es das, was mir dieses Neue und noch nie Dagewesene lehren möchte? Altes aufbrechen, um nach Vorne - meinen Weg überhaupt gehen und meine Aufgabe bewerkstelligen zu können?

 

Welche Gefühle in mir werden dabei wach? Kann ich sie für mich erkennen und empfinden? Alle Gefühle in mir möchten wahrgenommen werden, ob Freude oder Trauer, Ärger oder Wut. Meist lernen wir schon früh, dass wir für negative Affekte getadelt oder bestraft werden und wir eignen uns an, Ärger und Zorn zu unterdrücken. Dabei könnten wir ihnen so vieles abgewinnen. Es wäre wichtig über sie zu sprechen um zu lernen, was sie bedeuten und uns lehren wollen. Zorn ist ein wertvolles Gefühl - kann Festgefahrenes in uns oder in einem anderen Menschen in Bewegung bringen und schwierige Situationen verändern. Zorn brauchen wir als Widerstandskraft die uns bewahrt, uns voranbringt und uns hilft, Hindernisse zu bewältigen. 

Wegkreuzung - und jetzt?

 

 

 

Trauen Sie sich, Ihren Zorn zu zeigen - und trauen Sie dem Menschen gegenüber zu, ihn auszuhalten! Es können beide daran wachsen!

 

Für meine Lebensaufgabe ist er von Bedeutung um Hürden zu meistern, die mich reifen lassen. Um an den Weggabelungen meine Entscheidung treffen zu können, Richtung zu nehmen. Nur wenn ich in völliger Übereinstimmung mit mir bin, kann ich meine eigene Stimme wahrnehmen. Jene, die mich führt und lenkt, den Weg gehen zu können, der jetzt gerade für mich bereitet ist. 

 

Unterdrückte Gefühle verhindern den Wohlklang in uns. Den Klang, den wir als Wegweiser für unsere Lebensaufgabe brauchen. 

Freude , Trauer, Ärger und Zorn, Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen, es darf alles in uns sein und gehören zu jedem Menschen.