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Die Kraft der Mutter ERDE

Rote Erde, französischer Ocker, Zimtschwarz, Kreide von Bologna und Goldpigmente
Rote Erde, französischer Ocker, Zimtschwarz, Kreide von Bologna und Goldpigmente

"Mit Mutter ERDE zur Kraft in mir" - so, oder so ähnlich könnte ich den Entstehungsprozess dieses Werkes zusammenfassend beschreiben. Es ist wieder einmal ein Corona-Lockdown Ergebnis. Wie schon im Frühjahr, als zum ersten Mal das Alltagsgeschehen erheblich heruntergefahren wurde, wirkt auch die jetzige Entschleunigung auffallend anregend auf meine Kreativität. Hier kann es schon einmal vorkommen, dass ich bis in die tiefe Nacht an meinen Werken arbeite - welch wertvolle Zeit für mich!

 

Auf diese Leinwand haben sich zu Beginn meines Tuns helle Farbtöne getummelt. Ein pudriges Rosé und sehr viele Weiß-Töne, allen voran, Kreide von Bologna. Diese Kreide ist das Ergebnis aus der Zerkleinerung von Gesteinsbrocken und ein sehr leichtes, feinpudriges Material. In mehreren Arbeitsgängen übereinandergetragen, hat sich eine tragende Schicht gezeigt. Darauf konnte nun gut aufgebaut werden.

 

Französischer Ocker, Rote Erde und mein selbst gemischtes Zimtschwarz haben das untere Drittel der Leinwand bedeckt.

Ein Bildaufbau aus - MUTTER ERDE - könnte man geradezu sagen.    

 

Das Gleichgewicht, aus der unteren tragenden Farbenwelt zu der oben liegenden Fläche aus Kreide herzustellen, wurde zunehmend schwieriger. Der ganze Bereich oben war stark verdichtet und ließ einen weiteren Farbauftrag kaum zu.     Dicht, verschlossen, zugeschnürt, undurchdringlich und keinerlei Zwischenräume - hier bedurfte es einer Öffnung.     Wunderbar die Materialien die ich in meinem Atelier verwende, denn sie ermöglichen mir, genau diesen Ausgleich zu schaffen. Selbst nach einem Trocknungsprozess können Farben und Materialien wieder abgenommen werden. Mit Spachtel und Malmesser habe ich vereinzelt Zugang geschaffen. Kratzspuren, welche tiefe Furchen zogen, bringen Verbindung und neue Ordnung hervor.

 

In mir entwickelten sich mehr und mehr Kräfte und machten mein weiteres Vorgehen fast zu einem "Kinderspiel". Mit Lust und Einfallsreichtum wurde weiter ausprobiert, neue Farben hinzugefügt, alte Aufträge übermalt und Formen Raum gegeben. Ein Verlauf, der immer und immer wieder mein Inneres berührt. Gerade weil experimentiert und ausprobiert wird, Teile wieder verworfen werden, um genau hieraus Neues zustande zu bringen. Solche Momente wünschen Augenblicke der Aufmerksamkeit - ein Verweilen in gegenwärtigen Empfindungen. Nicht selten rücke ich mich gerade nach solchen Schaffensprozessen, mit einer Tasse Kaffee ganz nah an das Geschehen heran - betrachte und bestaune einzelne Stellen!

Rote Erde, französischer Ocker, Zimtschwarz, Kreide von Bologna und Goldpigmente
Rote Erde, französischer Ocker, Zimtschwarz, Kreide von Bologna und Goldpigmente

Bei diesem Werk war es mir nach einer Geste des Dankes. Ganz zart wurden daraufhin vereinzelt Goldpigmente lasierend aufgetragen, die je nach Lichteinfall gedämpften Glanz zum Ausdruck bringen, ehe mit wenigen Tupfen echtem Blattgold das Gesamte zu seinem Abschluss fand. 

Goldpigmente lasierend aufgetragen verleihen dem Ganzen je nach Lichteinfall gedämpften Glanz
Goldpigmente lasierend aufgetragen verleihen dem Ganzen je nach Lichteinfall gedämpften Glanz

Wie finden Sie zu Kräften in diesen aufgewühlten und außergewöhnlichen Tagen?

 

Ein friedliches Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen.

 

 

 

 

 

*Aktuell ist das Werk im Schaufenster meines Atelier`s zu finden, machen Sie doch einmal einen Spaziergang in diese Richtung.

 

 

Wie immer freue ich mich über Ihre Rückmeldungen oder Anmerkungen. Ihre Beiträge erscheinen nicht öffentlich!